Die Vögel des Jahres

In Gesellschaft der Gänse
Der Vest Stadil Fjord ist für die unzähligen Gänse bekannt, die das Gebiet als Rastplatz nutzen. Im Frühjahr kann man Schwärme von bis zu 25.000 Kurzschnabel- und Weißwangengänsen erleben – ein atemberaubendes Naturschauspiel, das man sicherlich nicht so schnell vergisst. Morgens und abends fliegen die Gänse laut schnatternd in großen Schwärmen zwischen ihren Fressplätzen auf den Feldern und ihren Schlafplätzen auf dem offenen Wasser hin und her. Dieser Anblick begeistert Groß und Klein gleichermaßen.

Gänseleben
Die Graugänse sieht man ab Juli/August entlang der Straßen auf den gerade abgeernteten Feldern. Die Kurzschnabelgans trifft um den 20. September ein, genau vier Monate nach ihrer Ankunft an ihren Brutplätzen auf Spitzbergen. Sie bleiben bis zum Frühjahr in Dänemark, nur bei Schnee und längerem Frost ziehen sie weg, um bei Tauwetter sofort zurückzukommen. Im Frühling werden die Gänse auf der Dünenlandzunge gefüttert, um sie von den neu eingesäten Äckern fernzuhalten. Insbesondere Kurzschnabel- und Weißwangengans sieht man in großen Schwärmen.

Familienausflug
Sie werden im Frühjahr in der Nähe des Gehöfts Strandgården auf der Westseite des Fjords mit Getreide gefüttert. Ein lohnendes Ziel für einen Familienausflug, denn dabei kann man sie aus der Nähe beobachten. Das offene Wasser und die Getreidefelder rund um den Fjord ziehen die Tiere im Frühjahr und Herbst in großer Zahl an auf ihrem Weg von und zu den Brutplätzen auf der arktischen Inselgruppe Spitzbergen und in Sibirien.

Geschnatter und Balz
Der Vest Stadil Fjord ist auch für Enten, Watvögel und Schwäne ein wichtiger Rastplatz. Viele verschiedene Entenvögel sind hier zu beobachten - Krick-, Pfeif-, Reiherenten u.a.m. Im Herbst kann man das Rauschen großer Zwergschwanschwärme spüren, die das offene Wasser ebenfalls als Rastplatz nutzen. Zu den Brutvögeln des Gebiets gehört u.a. der Haubentaucher. Er ist bekannt für sein charakteristisches Balzgehabe, bei dem Männchen und Weibchen fast stehend im Wasser Brust an Brust einen „Tanz“ aufführen.

Vogelleben
Mit etwas Glück sieht man auch seltenere Vögel, darunter See- und Fischadler, Rohrdommel, Wasserralle und Rohrweihe. Die Rohrweihe ist ein interessanter Zeitgenosse - typischerweise schwebt sie mit hoch erhobenen Flügeln tief über dem Schilf, auf der Suche nach Beute. Mit ihren langen Flügeln ist sie für diese Form der Jagd besonders gut geeignet. Die Rohrweihe erbeutet oft kranke und verletzte Tiere, u.a. Mäuse, Schilfvögel, Blesshuhn- und Entenküken, Kröten und Fische, die sie aus der Luft entdeckt. Über Schilfrohr und Feldern jagen auch Kornweihe, Mäuse- und Raufußbussard, Turmfalke und Merlin. Im Winter kann man auch Raubwürger und Berghänfling-Schwärme beobachten.