Hvidbrystet præstekrave yngler kun i Vadehavet og opleves på Fanø. Foto: Kim Fischer.
Hvidbrystet præstekrave yngler kun i Vadehavet og opleves på Fanø. Foto: Kim Fischer.

Die Vögel

Ein wichtiger Rastplatz
Man schätzt, dass zwischen 10 und 12 Millionen Wasservögel Jahr für Jahr durch das
Wattenmeer ziehen. Die prall gefüllte Speisekammer bietet jedem durchziehenden
Gast seine Lieblingsspeise. Jede der zahlreichen Watvogelarten hat ihre individuelle
Schnabelform und konkurriert daher nicht mit den anderen um die gleiche Beute im
Watt. Der Alpenstrandläufer mit seinem mittellangen Schnabel erbeutet die Würmer
und kleinen Muscheln, die sich wenige Zentimeter in den Sand gegraben haben.
Pfuhlschnepfe und Brachvogel hingegen reichen mit ihren langen Schnäbeln tiefer in
den Sand hinein. Viele Watvögel brüten hoch oben im Norden, in Grönland, Sibirien,
Russland oder in den skandinavischen Fjälls. Im Wattenmeer machen Sie Rast, bevor sie
weiter nach West- oder Südafrika ziehen. Der Tagesrhythmus der Watvögel wird von
den Gezeiten bestimmt. Bei Flut können sie nicht im Watt nach Futter suchen und müssen
sich auf höher gelegene Sandbänke zurückziehen. Die große Sandbank Keld Sand östlich von
Sønderho an der Südspitze der Insel bietet bei Flut Tausenden Watvögeln Platz. Hier
sieht man auch Brandgänse in großer Zahl außerhalb der Brutzeit. Wenn sie schon
nicht nach Futter suchen können, nutzen sie die Gelegenheit zum Schlafen, egal, ob
es Tag oder Nacht ist. Denn auch nachts bei Ebbe suchen viele Arten nach Nahrung. Das
müssen sie auch, wenn sie bald Tausende Flugkilometer zurücklegen wollen.
 
Die großen Vogelschwärme auf Keld Sand bei Flut locken natürlich auch Raubvögel
an, die ihre Beute hier quasi auf dem Silbertablett serviert bekommen. Mit etwas Geduld
kann man oft einen oder mehrere Wanderfalken beobachten, die für Panik unter
den rastenden Watvögeln sorgen. Wenn dieser kräftige, schnelle Falke plötzlich
durch die Luft schießt, treten die Watvögel eilig die Flucht an. Im Winter hält sich bisweilen
auch ein Seeadler an der Südspitze der Insel auf. Fanøs Südspitze ist auch ein toller Ort für
Vogelbeobachtungen – vor allem, wenn es um kleine Zugvögel geht. In den Herbstmonaten
sind Gebüsch und Gärten in Sønderho bisweilen voller müder Kleinvögel, welche die ganze Nacht geflogen sind und am Tage Kräfte sammeln. Hier kann man u.a. Rotschwänzchen,
Mönchsgrasmücke, Fitis, Wintergoldhähnchen und Rotkehlchen beobachten, Vögel, die mitunter sehr zahlreich unterwegs sind. Im Oktober sitzen Rot- und Wacholderdrosseln in allen Büschen. Gerade in Sønderho halten sich viele Kleinvögel auf, die auf ihren Zügen aus dem
Norden an der Südspitze der Insel landen.
 
Frühaufsteher können in den ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang sehen, wie
die Vögel mit Kurs Südwest über den Ort ziehen. An guten Tagen – vor allem bei Ostwind
– fliegen die Vögel fast wellenförmig über uns hinweg. Schwalben, Bachstelzen
und Drosseln erscheinen aus dem Nichts und fliegen unverdrossen aufs Meer hinaus.