Photo: Iver Gram, Sort Safari.
Photo: Iver Gram, Sort Safari.
Gänse. Foto: Iver Gram, Sort Safari (R).
Gänse. Foto: Iver Gram, Sort Safari (R).
Photo: Jan Tandrup.
Photo: Jan Tandrup.
Photo Iver Gram, Sort Safari (R)
Photo Iver Gram, Sort Safari (R)

Die Vögel des jahres

Die Marsch – flach, üppig und vogelreich
Die einzigartige Kultur- und Naturlandschaft der Marsch entstand durch die Ablagerung kleinster Lehmpartikel auf den Salzwiesen durch die Gezeiten – vor allem bei Sturm. Diese Art der Landschaftsbildung ist einzigartig für das Wattenmeer.
Tønder und Ballum Marsch
Die Tønder- und die Ballum-Marsch gehören zu den besten und interessantesten Vogelgebieten Dänemarks – beide sind als internationale Vogelschutzgebiete ausgewiesen.
Geschaffen für die Vögel
Die Marsch ist wie geschaffen für die Vogelwelt. Hier können Millionen von Vögeln zwischenlanden, rasten und Energie tanken. Sie finden hier Nahrung und die nötige Ruhe um zu brüten oder zu überwintern.
Winter
Im Winter findet man auf den Koogen die landesweit größten Bestände von Mäuse- und Raufußbussard, Rohrweihe, Kurzschnabelgans, Sing- und Zwergschwan und an der Küste auch Ohrenlerche und Schneeammer. Bereits im zeitigen Frühjahr treffen Tausende von Gänsen und Enten ein, darunter Arten wie Weißwangen- und Blässgans, Pfeif-, Krick-, Spießund Brandente. Vor dem eigentlichen Frühling sieht man Kiebitze, Regenpfeifer, Alpenstrandläufer und Brachvögel in großer Zahl.
Früling
Im Mai halten sich mehr als eine Million Wasservögel im Gebiet auf, dabei dominieren vor allem die arktischen Arten wie Knutt, Pfuhlschnepfe, Kiebitzregenpfeifer und Kampfläufer.
Sommer
Im Sommer sieht man in der Marsch einige der größten Bestände des Landes an Rohrdommel,
Wiesen- und Rohrweihe, Knäk- und Löffelente, Tüpfelsumpfhuhn, Rohrschwirl, Blaukehlchen,
Uferschnepfe, Säbelschnäbler und Trauerseeschwalbe.
Herbst 
Und im Herbst befinden sich noch mehr Vögel auf den Koogen – einerseits ist die Zugaktivität noch nicht so hoch, andererseits kehren die Brutvögel aus dem Norden mit ihren Jungen zurück. Die Herbstzüge kulminieren von August bis Oktober, wenn die zahlreichen Zugvögel auch viele Raubvögel anlocken. So kann man das ganze Jahr über einige Seeadler und Wanderfalken in der Marsch beobachten.

Sort Sol® – das Starenballett über der Marsch
Das Marschland, das sich die Wattenmeerküste entlang zieht, ist eine einzigartige Landschaft,
die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Es ist ein großer Naturschatz, nicht nur für die Vögel. Viele Naturfreunde besuchen die Marsch, um ein ganz besonderes Naturphänomen mitzuerleben – Sort Sol® (Schwarze Sonne).
Ein Schauspiel
Das Naturschauspiel findet jeden Frühling und Herbst statt, wenn sich Millionen  von Staren in
den Marschwiesen versammeln, um nach Insektlarven zu suchen – Energie für den Weiterflug.
Eigentlich nichts Besonderes, wenn da nicht die Übernachtung wäre. Denn wenn die Stare am Abend ihre „abgesprochenen“ Übernachtungsplätze aufsuchen, führen sie ein unvergleichliches Luftballett auf, das unter dem Namen Sort Sol® Weltberühmtheit erlangt hat.

Der Auftakt
Ein Ort, an dem man Sort Sol® erleben kann, ist die Tønder-Marsch, man weiß jedoch nie genau, an welchem Abend, das Luftballett zur Aufführung kommt. Vielleicht eine Stunde vor Sonnenuntergang. Zuerst eine kleine Gruppe, dann noch eine, dann eine etwas größere, und dann schließlich ein unfassbar großer Schwarm von mehr als 100.000 Staren – was für ein Schauspiel!

Ballett auf Leben und Tod
Überall Stare, und plötzlich beginnen die Vögel, eigenartige Schwarmformationen in der Luft zu
bilden – das atemberaubende Luftballett beginnt. Es sieht so aus, als ob die Stare mit ihrem Verhalten einfach nur imponieren möchten, aber hier geht es wirklich um einen Kampf auf Leben und Tod mit den Raubvögeln, die zum Angriff auf den Starenschwarm übergehen. Die Stare reagieren durch die Bildung eindrucksvoller Formationen, um die Raubvögel zu verwirren.

Das Ende des Tanzes
Die Stare stürzen sich ins Schilf hinab, und wenn die Raubvögel es zulassen, landen sie Schwarm für Schwarm am gleichen Ort, und innerhalb weniger Minuten sind alle im Schilfwald verschwunden. Die Unterkunft für diese Nacht ist gesichert. Doch dies ist nicht leichbedeutend mit Nachtruhe – ein infernalischer Lärm ertönt aus dem Schilf. Die Gedanken reisen – habe ich das wirklich gesehen? Doch die Bilder geben uns Recht.
Morgenballett
Und jeden Morgen kommt es zum umgekehrten Schauspiel. Direkt vor Sonnenaufgang ertönt ein unglaublicher Morgengesang aus dem Schilfrohr. Plötzlich ein Rauschen, Hunderttausende Stare erheben sich in die Lüfte und lassen sich wieder nieder. Der Gesang wird noch lauter, und endlich – nach einem Augenblick der Ruhe – explodieren die Stare aus ihrer nächtlichen Unterkunft. Sie fliegen tief über das Gelände, und so schnell sie gestartet sind, so schnell sind sie auch wieder verschwunden.